Schindelbecks Jazz Blog

Jazz - Fotografie - Anderes: In diesem Blog werden An- und Einsichten zu Jazz, Fotografie und anderen weltbewegendenen Themen verbreitet.

Mein Foto
Name: Frank Schindelbeck
Standort: Neckarsteinach / Heidelberg, Germany

Mittwoch, Oktober 24, 2007

jazz photography

The new Jazz photography source: http://www.jazzphotography.eu/

Die neue Seite für Jazz Fotos: http://www.jazzfotografie.de

Aktuell: Enjoy Jazz 2007

Sonntag, September 09, 2007

Enjoy Jazz 2007

Enjoy Jazz 2007 has published it's final programme. The Jazzfestival, which takes place around the three cities Heidelberg, Mannheim and Ludwigshafen from October 2nd to November 11th will present over 50 concerts and several other events, like masterclasses, matinees and a photo exhibition. The complete programme can be found at www.enjoyjazz.de

Donnerstag, August 02, 2007

Jazz in Germany

While I am running the german Jazz Blog at www.jazzblogger.de, I will publish here - from time to time - information about Jazz in Germany in English.

Schindelbecks Foto Blog

Ich habe mich entschlossen die Fotografie in einen weiteren Blog auszulagern. Der ist zu finden unter

http://www.allblues.de

oder

http://www.fotoexperte.de/blog

Montag, November 13, 2006

Jazz im Radio - Jazzology 13.11.06

Gute Nachrichten für Jazzology-Hörer. Ab sofort gibt es die Jazz-Sendung im Bermuda.funk jeden 3. und 5. Montag wieder von 21 - 23 Uhr (ansonsten wie üblich von 21 - 22 Uhr). Zu hören im Rhein-Neckar-Raum über Antenne und Kabel aber natürlich auch über den Live-Stream unter www.bermudafunk.org.

Am 13.11.2006 gab es folgendes Programm:

Randy Weston African Rhythm Trio - Zep Tepi

Blue Moses
Portrait Of Frank Edward Weston
The Healer
The Mystery Of Love

Hank Roberts - Little Motor People

My Favourite Things

Hank Roberts - Black Pastels

Rain Village
Choqueno
Jamil

In der kommenden Sendung am 20.11. 2006 gibt es Neuvorstellungen:

Roy Nathanson - Sotto Voce

Nils Wogram Root 70 - Fahrvergnügen

...und weiteres von Hank Roberts (Konzert am 26.11.06 in Heidelberg!)

Am 28.11. wird Alexandra Lehmler zu Gast im Studio sein und Ihre neue CD vorstellen!

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Randy Weston - Fotografien Schindelbeck

...eine kleine Galerie mit Aufnahmen des Konzertes von Randy Weston mit seinem African Rhythm Trio findet sich unter http://www.schindelbeck.org/Randy-Weston

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Manfred Rinderspacher - Rolf Lislevand

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Manfred Rinderspacher hat seine letzten Aufnahmen des Enjoy Jazz Festivals 2006 geschickt. Dies ist der richtige Zeitpunkt, mich dafür zu bedanken, daß er hier im Blog seine Aufnahmen präsentiert. Seitdem ich vor vielen Jahren einmal ein Sun Ra Portrait auf dem Titel des Jazzpodiums gesehen habe, begeistert war und gleich nachsehen musste, wer diese großartige Aufnahme fabriziert hat - es war natürlich Manfred Rinderspacher - bin ich ein überzeugter Freund seiner Jazz-Fotografie. Die Klarheit seiner Aufnahmen und sein Gespür für den richtigen Augenblick sind die scheinbar einfachen Zutaten - die Resultate sind ein Fest für die Augen.






Sonntag, November 12, 2006

Manfred Rinderspacher: Randy Weston


Manfred Rinderspacher

Randy Westons African Rhythm Trio














Enjoy Jazz 2006 - Fazit

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Tatsächlich königliches Vergnügen - wie es die Plakate mit der Krone allüberall versprachen - bereiteten einige Konzerte des Enjoy Jazz Festivals 2006. Über 50 Veranstaltungen fanden in diesem Jahr statt und es war augenscheinlich, daß der Zuspruch in diesem Jahr noch einmal zugenommen hat. Fürs kommende Jahr sollten vielleicht schon einmal die "Wegen Überfüllung geschlossen" Schilder in Auftrag gegeben werden.

Wie jedes Jahr war das Spektrum der Künstler weitgefächert und entsprechend war für jeden auch etwas dabei, so natürlich auch für mich. Positiv überrascht von John Zorn (eben nicht der laute Trash-Saxophonist), Tomasz Stanko (bisher ein bisschen außerhalb meines Radars, ein markanter Trompeter in einem hochkarätigem Quartett), die ohnehin hohen Erwartungen übertroffen: Randy Westons African Rhythm Trio.

Der Erfolg des Festivals beruht mittlerweile auch auf dem Effekt, den ich in einem Konzert erlauschte: "...ich kannte die auch nicht. Aber Du kannst eh zu jedem Konzert gehen, die sind alle gut." Nicht jedermans Geschmack aber (fast) immer gut. Das trifft es durchaus.

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Nils Wogram im Jazzinstitut Darmstadt


Zum Jazztalk* ins Jazzinstitut Darmstadt war Nils Wogram mit Root 70 gekommen.

Im Gewölbekeller - ein wunderbarer Veranstaltungsort für derlei Konzerte, nur über eine halsbrecherische Treppe zu erreichen - musizierten Nils Wogram (tb), Hayden Chisholm (sax), Matt Penman (b), Ted Poor (dr) und zusätzlich, nach der Pause, ein Cellist, dessen Namen ich leider nicht notiert habe, er war unangekündigter Gast auf der Bühne. Root 70 spielen einen Jazz, der sich der Beschreibung etwas entzieht, weil er zwar viele Elemente klassischen Jazz aufweist aber individuell von den Musikern so präsentiert wird, daß er eine ganz eigene Musik wird - die schlicht gehört werden muss.

Viele Stücke beginnen mit sehr ruhigen Passagen in denen sowohl Chisholm als auch Wogram die "pianofähigkeiten" ihrer Instrumente ausloten und die zeigen, wie großartig Wogram die Posaune im Griff hat. Mal kaum hörbar unisono mit Chisholms Saxophonklängen verschmolzen, mal in Mangelsdorffscher Tradition mit ins Rohr gesungenen Tönen gewürzt, dann wieder mit dem Dämpfer die "dirty sounds" herausbrötzend - und das alles scheinbar ebenso mühelos wie das flinke hin- und hergleiten des Zugs im Instrument: Er beherrscht das Instrument bis in die letzte Windung.


Diese Fertigkeit lässt ihm jede Freiheit zu spielen was er will. Trotzdem ist die Musik durchstrukturiert und dicht, fein abgestimmt und trotzdem frei. Im Jazztalk nach der Pause - eine vom Leiter des Jazzinstitutes, Wolfram Knauer, moderierten kurzen Gesprächsrunde - betont Wogram den Ansatz: er vertrete nicht die Meinung, daß Musik jeden Abend neu erfunden werden muss. Natürlich gebe es genügend Freiraum innerhalb der Stücke und selbstverständlich entwickle sich die Musik auch im Laufe der Zeit über die Improvisation mit jedem Konzert aber Grundlage seien doch vorgegebene musikalische Strukturen. In diesem Zusammenhang ging es auch um ein kommendes Projekt von Root 70, bei dem alte Broadway-Melodien die Grundlage bildeten um sie mit dem Ansatz der Band ins Jahr 2006 zu transformieren.

Wograms Faible für den klassischen Jazz wird offensichtlich, wenn er davon erzählt, wie er für die kommenden Aufnahmen der Band auf der Suche nach einem alten Tonstudio im ehemaligen Osten war, um eine akustische Annäherung an Aufnahmen zu finden, die vor über einem halben Jahrhundert entstanden. Modernen Pop-Melodien spricht Wogram übrigens die Eignung ab, zum Improvisationsobjekt zu taugen...

Daß der Ansatz, mit altem Material zu spielen, hervorragend funktioniert ist in der Bearbeitung von "All the things you are" zu hören: Die Akkorde geben den Weg vor, gelegentlich hört man noch ein Schnipsel Musik, bekannt von einer Parker Aufnahme aber tatsächlich erfinden Wogram und Co. den Klassiker melodisch gänzlich neu und machen ihn zu ihrem ureigenen Song, wie es eben andere Große der Jazzgeschichte auch getan haben. So funktioniert Jazz auch im Jahr 2006 nach wie vor.

Eine Fotogalerie des Konzertes findet sich unter http://www.schindelbeck.org/Nils-Wogram-Root70

PS:

Fotografen

Auffällig war die hohe Fotografendichte im Konzert. Da ich mich leider allzu selten in diesen Spielort verirre weiß ich nicht, ob die Fotografenmeute nur anlässlich der Gruppe zugegen war oder zur Stammbesetzung des Jazzkellers gehört.

In der ersten Reihe saßen drei Fotografen, aus dem Hintergrund knipste eine ältere Dame noch gelegentlich - drei davon mit Blitz. Möglicherweise bin ich ja von den Enjoy Jazz Fotografen verwöhnt - bei denen ist es usus, daß nicht wild herumgeblitzt wird. Das hat zum einen mit Rücksicht zu tun - auf Musiker und auf das Publikum - zum anderen mit Gestaltung. Vielleicht hat es sich zu den Blitzern noch nicht herumgesprochen: eure Bilder sind platt und atmosphärelos. Also lasst es lieber. Dieser kleine Apell gilt nicht dem Herrn vorne rechts, der das offensichtlich schon weiß - und ich selbst entschuldige mich für das Klacken des Spiegels in der Pentax :-)

*(die Namensgleichheit mit dem Jazzforum der Jazzpages ist unbeabsichtigt - keine Ahnung was zuerst existierte).


Mittwoch, November 08, 2006

Randy Weston

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Dieses Konzert war ein Geschenk. Randy Weston mit seinem African Rhythm Trio, bestehend aus Randy Weston am Flügel, Alex Blake am Bass und Neil Clarke an den Percussion-Instrumenten. Ein Geschenk von einem achtzigjährigen Musiker, der sich tatsächlich nach Mannheim aufmacht, in die Feuerwache, um vielleicht 160 Menschen seine Musik vorzuspielen. Kein neu erfundener Stil, keine Zäsur der Jazzgeschichte an diesem Abend.



Stattdessen das Können und der unverwechselbare Stil eines der ganz Großen des Jazz, der gänzlich unprätentiös das spielt, was er seit einem halben Jahrhundert spielt: Jazz – von Monk inspiriert mit afrikanischen Rhythmen akzentuiert. Das ganze Register des Flügels ausnutzend, prägend die leichthändig gepingelten Noten im hohen Register, konterkariert mit den mächtig hingeschlagenen Akkorden der Linken – und über allem diese Leichtigkeit des fließenden Rhythmus. Ja, gehört hat man das schon auf Aufnahmen aus den 60er Jahren, das aktuelle Trio variiert, raffiniert und bringt diese Musik zeitlos und schön auf die Mannheimer Bühne. Eine zutiefst menschliche Musik, voller Klarheit und Tiefe.




Man hört diese Musiker fast mit etwas Wehmut, weil man ahnt, daß mit der Generation Randy Westons eine Jazzmusiker-Generation aussterben wird, die eine ganz eigene Bühnenpräsenz entwickelt. Wer den 80-jährigen Weston erlebt, wie er mit offensichtlicher Freude am Konzert spielt und mit dem Publikum voller Herzlichkeit und - ja Dankbarkeit, man glaubt es kaum, umgekehrt sollte es sein - spricht, dem muss im Vergleich der Großteil aktueller Jazzmusik kalt und unnahbar erscheinen.




Danke für diesen wundervollen Abend an Randy Weston, Alex Blake und Neil Clarke – und auch an die Organisatoren von Enjoy Jazz, die dieses Ausnahme-Konzert ermöglichten.




PS: Von der aktuellen CD dieses Trios „Zep Tepi“, erschienen bei Random Chance bin ich schlichtweg hingerissen, auch beim zweiten Hören nach Mitternacht. Ein Meisterwerk – lange Ausschnitte daraus in der nächsten Jazzology Sendung am 13.11.06 um 21 Uhr - auch übers Internet empfangbar...



Montag, November 06, 2006

Wayne Shorter Fotos Rinderspacher

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...und auch Manfred Rinderspacher war natürlich bei Wayne Shorter













Wayne Shorter Fotos Schindelbeck

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Einige ganz neutrale Bilder (Kommentare zum Konzert siehe weiter unten)








Samstag, November 04, 2006

Roy Nathanson - Martin Auer - Wayne Shorter

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...das ist die kurze Zusammenfassung der vier letzten Konzertereignisse dieser Woche

Vier? In der Tat, denn den Künstler Roy Nathanson konnte man gleich zweimal innerhalb von drei Tagen in allerdings unterschiedlichen Konzerten hören. Nach dem Montagslf-Konzert von Roy Nathanson's Sotto Voce, das ausgesprochen gelungen war (weiter unten ist dazu etwas zu lesen), bin ich frohen Mutes am Mittwoch in den Karlstorbahnhof gepilgert, das gleichzeitig in Mannheim stattfindende Konzert von Jon Hassell verschmähend. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es die richtige Wahl war.

Das Marx Brothers Project spielte swingbasierten Jazz, gar nicht mal übel. Herb Robertson an der Trompete war toll und auch der Altsaxophonist Andy Laster - faktisch als Leader der Gruppe - wusste zu gefallen. Was ein wenig fehlte, war der direkte Bezug zu den Marx Brothers. Im Hintergrund der Bühne war eine Leinwand aufgebaut, auf der mehr als die Hälfte des Konzertes eine Fehlermeldung zu sehen war. Irgendwann wurde dann zwar eine wirklich sehenswerte Filmsequenz mit Harpo (das ist doch der blondgelockte Harfenist?) gezeigt, die auch von der Gruppe ehrfurchtsvoll schweigend betrachtet wurde.

Andy LasterRoy Nathanson agierte wie schon am Montag mindestens ebenso häufig als Sänger wie als Saxophonist - und da ging vermutlich ein gewisser Charme des Projektes unter.

Die Konzentration auf Musik und Text ist für den Nicht-Muttersprachler schwierig, ganz davon abgesehen, daß die Fotografie auch noch Aufmerksamkeit raubt - was natürlich ein persönliches Problem ist. Trotzdem behaupte ich: der überwiegende Teil des Publikums bekommt wenig von den Texten mit und das ist bei einem solchen Projekt leicht absurd. Fazit: es
fehlte mir bei der Geschichte der letzte Pep. Spielwitz und Draht zum Publikum, den es beim Sotto Voce Projekt zwei Tage zuvor noch gegeben hatte blieb auf der Strecke.

Something completely different dann am Donnerstag.

Zeitgleich - mutig, mutig - zum großen Enjoy Jazzfestival findet um Eberbach herum das "Jazzme" Festival statt. Einige Konzerte in Eberbach direkt und in umliegenden Ortschaften, organisiert vom Kulturamt Eberbach, genauer gesagt von Tobias Soldner. Jazz auf dem Lande sozusagen, eine ehrenwerte Initiative.

An diesem Abend spielte das Martin Auer Quintett im Modehaus Müller. Modehaus? In der Tat. Zwischen Hemden, Röcken und lustigen Mützen gab es modern jazz zu hören. Martin Auer, bekannt von seiner CD "Horn an Horn", ebenso wie sein Musikerkollegen Florian Trübsbach, der auf ebendieser CD mitspielte und selbst als Leader eine CD namens "Mason & Dixon" eingspielt hat.

Diese beiden Scheiben sind bei jazz4ever erschienen, einem Label, dem ich schon seit Jahren freundschaftlich verbunden bin. Der Labelbesitzer und Produzent Alfred Mangold hat ein sehr glückliches Händchen was "modern jazz" aus deutschen Landen angeht. Live im Modehaus bestätigt sich das. Das Quintett spielt eigenständigen modern jazz, Kompostionen mit markanten bis eingängigen Themen und improvisiert zupackend - Jazzhörer-Herz, was willst Du mehr. Wenn auch nicht bis ins letzte Detail perfekt, so ist das allemal spannender und hörenswerter als vieles, was von arrivierten Herren (und Damen) des Jazzbetriebs ansonsten geboten wird.

Eine erschreckende Beobachtung des Abends muss allerdings noch erwähnt werden. Außer ein paar zwangverpflichteten jungen Damen
unter 20 Jahren - Personal des Modehauses - war das Publikum im Schnitt recht alt. Als über 40-jähriger zähle ich mich mittlerweile zwangsläufig zu den älteren Herrschaften dazu und trotzdem konnte man mit diesem Alter den Schnitt noch etwas senken. In der Altersgruppe von 20 bis Mitte 30 war praktisch kein Mensch zu sehen - außer den Musikern. Das Eis für Jazz wird dünn, wenn außerhalb der Zentren ohnehin nur eine Handvoll Publikum in gute Konzerte geht und schlimmer noch, wenn solch guter Jazz nicht auch ein jüngeres Publikum erreichen kann.


Beim Konzert am Freitag abend war die Saalfüllung immerhin kein Problem...

Wayne Shorter war - vergleichbar mit Ornette Coleman im vergangenen Jahr - der Publikumsmagnet des Enjoy Jazz Festivals 2006. Menschenmassen strömten ins Feierabendhaus der BASF nach Ludwigshafen, das Konzert war ausverkauft. Mit handgeschriebenen Zettelchen bettelten Menschen vor der Veranstaltungsstätte um Karten.

Jazz-Ikonen-Besichtigung war also wieder einmal angesagt. Der 73-jährige Wayne Shorter sollte bestaunt werden, ein Mann mit einer Karriere die geadelt vom Zusammenspiel mit Miles Davis, über prägenden Einfluss in der Gruppe Weather Report, noch viele weitere Karriere-Höhpunkte aufweist.

Auch wenn ich des "Ikonenbashings" geziehen werde: ich war eher enttäuscht. Das Nesteln an den Saxophonen schien mir wie die Übersprunghandlung für mangelnden Ansatz, gelegentliche Hup-Töne auf dem Sopransaxophon, die vielleicht als akzentsetzende Meilensteine im Musikstück gelten sollten klangen eher hilflos - nun ja, mir erschloss sich der "
spröde, etwas sphinxhaft wirkende Gestalter intensiver Spannungsbögen", (Thomas Fitterling) eher nicht.

Auf ein paar Pixel am Schirm reduziert klingt das allzu harsch und natürlich stand kein hilfloser Greis auf der Bühne des Feierabenhauses. Gelegentlich spielte Shorter kurze, gelungene Dialoge mit Perez oder Patitucci und es mag sein, daß er einen großen spirituellen Anteil an der Gestaltung der gespielten Stücke hatte. Gemessen an den hohen Erwartungen für mich zuwenig.

Möglicherweise gelingt es nicht jedem 73-jährigen mehr, ständig vital und kreativ die Bühne zu beherrschen. Vielleicht auch nur an diesem Abend nicht, oder aber - ganz und gar nicht ausgeschlossen - nur mir entging die Magie des Abends, denn die Mehrheit des Publikums war begeistert.

Schlicht großartig waren allerdings auch die drei weiteren Musikanten des Quartetts. Danilo Perez am Flügel, John Patitucci am Bass und Brian Blade am Schlagzeug wären als Trio allein schon eine Offenbarung gewesen. Abgesehen davon, daß sie Shorter bedingungslos unterstützten waren die drei derart druck- und spannungsvoll und dabei voller Spielwitz, daß Zuhören und -sehen eine reine Freude war.

Mittwoch, November 01, 2006

Manfred Rinderspacher: Neue Fotos

(Hinweis: In der Übersicht werden gelegentlich die Bilder nicht komplett geladen - beim Aufruf des einzelnen Artikels erscheinen sie.)


Neue Bilder von
Manfred Rinderspacher


Ron Carter Trio





Roy Nathanson Sotto Voce






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Steamboat Switzerland





Joe Lovano Nonet






Dienstag, Oktober 31, 2006

Wiederhören macht Freude: Roy Nathanson ...und dies und das....

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Montag abend gab es ein Wiedersehen und Wiederhören mit Roy Nathanson und seiner Band. Letztes Jahr waren war er schon bei Enjoy Jazz aufgetreten und diesmal - fast mit der gleichen Besetzung - unter dem neuen Namen "Sotto Voce" in Das Haus in Ludwigshafen zu Gast.

Abgesehen von Sam Bardfeld, der durch Jesse Mills an der Geige ersetzt wurde, waren wieder mit von der Partie: Curtis Fowlkes (tb), Napoleon Maddox (human beatbox) und Tim Kiah (b).

Ziemlich konstant war auch das Programm - die Besucher des letzten Jahres, von denen viele wiedergekehrt waren, hatten den Großteil der Stücke noch im Ohr. Diesjährig wurden sie noch etwas sangeslastiger dargeboten als im letzten Jahr und Tim Kiah am Bass hatte nicht nur grünere Haare sondern auch ein noch zupackenderes Basszupfen im Programm.

Das Nathanson-Konzert 2005 war einer der Highlights des Festivals und so konnte man nach einem Jahr mit Begeisterung die Combo wiederhören. Vor einigen Tagen konnte ich von Hans Kumpf über ein Konzert lesen: "Jazz-Sessions ... lassen allzu oft ein wichtiges Moment beim gemeinsamen Improvisieren vermissen, nämlich das der Freude und der Lust." - das genaue Gegenteil darf man bei Roy Nathanson Konzerten feiern: Spielfreude, Können und Vergnügen bei Spielern und Zuhörern.

Bilder vom Konzert gibt es unter http://www.schindelbeck.org/Roy-Nathanson-Sotto-Voce/
und wer gar nicht genug bekommen kann, findet die Bilder des vergangenen Jahres unter
http://www.schindelbeck.org/Roy-Nathanson.

Am Mittwoch, den 2.11. ist Roy Nathanson mit seinem Marx Brothers Projekt gleich noch einmal im Karlstorbahnhof zu hören - das lasse ich mir natürlich nicht entgehen!

Beim Konzert traf ich Bernd Lindemann, alias Soodlepoodle, der mich zu einen auf einen musikalischen Highlight Anfang Dezember aufmerksam gemacht hat: das Duo Lömsch Lehmann (sx) und Erwin Ditzner (dr), welches am 7.12. im Laboratorio 17 in Mannheim, Jungbusch auftritt. Nicht verpassen - kann nur gut werden.

Zum anderen war er beim Konzert von Hanne Hukkelberg und hat davon eine schöne Fotoserie geschossen. Zu finden unter:
http://www.les.spectatrices.net/little_things/.

Soviel zunächst - ist jemand am Mittwoch beim Nathanson-Konzert und gibt dem Schreiber dieser Zeilen ein Bier aus? ;-)

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Montag, Oktober 30, 2006

John Zorn Galerie



...und nun ist sie tatsächlich online: http://www.schindelbeck.org/John-Zorn-Bill-Laswell.

Irgendwo weiter unten habe ich ein bestimmt mindestens 15 Jahre altes Bild von John Zorn eingebaut ...ist es jetzt eher beruhigend oder beunruhigend, daß auch an ihm der Zahn der Zeit genagt hat? ;-)
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Qual der Wahl am 2.11.06

Abgesehen vom notorischen Enjoy Jazz Konzert - diesmal das Globe Unity Orchestra in der Alten Feuerwache - gibt es am 2.11.06 im Großraum Neckarsteinach, ähm Heidelberg, ääähhm der Metropolregion Rhein-Neckar gleich zwei weitere sehr empfehlenswerte Konzerte.

Da ich nicht so der wahre Freund großer Formationen bin, stellt sich glücklicherweise nur die Wahl zwischen

- dem Martin Auer Quartett bei den Jazztagen in Eberbach

oder

- dem Christopher Dell Trio im Laboratorio 17 in Mannheim- Jungbusch.

Die Wahl ist schwer genug, hilfreiche Meinungen sind durchaus noch willkommen...

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Donnerstag, Oktober 26, 2006

Neue Jazz Foto Galerie

...genau genommen sind es sogar zwei:

Branford Marsalis

und

Mani Neumeier & Uchihashi Kazuhisa

Have Fun! Enjoy!

...und ja, die John Zorn Bilder kommen auch in Kürze ;-)
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Mehr Fotos von Manfred Rinderspacher !

Weitere Fotos von Manfred Rinderspacher vom Enjoy Jazz Festival:



Bill Laswell



John Zorn



John Zorn




Branford Marsalis



Ahmad Jamal



Branford Marsalis



Branford Marsalis



Idris Muhammad

Alle Rechte bei Manfred Rinderspacher

Samstag, Oktober 21, 2006

Manfred Rinderspacher: Fotos


Manfred Rinderspacher hat freundlicherweise wieder einige seiner Aufnahmen für den Jazz Blog zur Verfügung gestellt.



Guru



Guru


Lars Danielsson



Lars Danielsson



Louis Sclavis


Louis Sclavis / Vincent Courtois



Louis Sclavis



Mederic Collignon

Alle Rechte der Fotos liegen keine Manfred Rinderspacher!

Freitag, Oktober 20, 2006

Ein paar Appetithäppchen

Ein etwas ungesunder Rhythmus von viel Arbeit, dann in die Konzerte hetzen und wenig Schlaf bestimmt noch bis nächste Mitte Woche das Leben, daher nur kurz einige wenige Bilder mit dem Versprechen demnächst mehr (in eigenen Galerien zu Uchihashi Kazuhisa & Mani Neumeier und Branford Marsalis) an Bildern und Worten zu produzieren. Genug der Drohungen, die Appetithäppchen:


Uchihashi Kazuhisa



Mani Neumeier




Ahmad Jamal




Branford Marsalis

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Sonntag, Oktober 15, 2006

Jazzology am 16.10.06


Eine Vorschau auf das Programm von Enjoy Jazz der laufenden Woche ab dem 16.10. läuft in Jazzology am Montag um 21 Uhr (der Livestream ist z.B. auf der Website von Jazzology zu finden oder auf der Website des bermuda.funk)

Es läuft unter anderem Musik von

Ahmad Jamal

Branford Marsalis

John Zorn


Für eines der Konzerte, von dem ich hoffe, es ist eines der interessantesten des Festivals, habe ich leider keine passende Konservenmusik: Mani Neumeier (dr) & Uchihashi Kazuhisa (gt). Da kann ich also nur raten höchstpersönlich am Mittwoch in den Karlstorbahnhof zu pilgern und die Lauscher zu öffnen!


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Samstag, Oktober 14, 2006

Enjoy Jazz Fotos: Lars Danielsson



Die Fotogalerie zum Lars Danielsson Quartett Konzert bei Enjoy Jazz 2006, 13.10.2006 in der Alten Feuerwache Mannheim ist online.

Enjoy Jazz Fotos: Zakir Hussain

...eine weitere Galerie mit Bildern von Zakir Hussain und Kala Ramnath.

Enjoy Jazz Fotos: Archie Shepp

Hier im Blog lassen sich die Fotos nur in einer läppischen Größe darstellen, daher werde ich nach und nach zu ausgewählten Konzerten eigene Galerien ins Netz stellen.

Der Anfang wird gemacht mit Archie Shepp und Dar Gnawa.

Viel Spaß

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Donnerstag, Oktober 12, 2006

Enjoy Jazz - Zakir Hussain / Kala Ramnath 11.10.06





Der Tabla-Virtuose war - wegen der Erkrankung seines eigentlich vorgesehenen Duo-Partners Sultan Khan - mit der Violinistin Kala Ramnath im Karlstorbahnhof zu Heidelberg zu hören.

Hussain ist ein absoluter Könner auf diesem wunderbaren Instrument - das viel mehr als ein gewöhnliches Percussion-Gerät darstellt - und so war trotz der zunächst ziemlich fremdartig wirkenden Art des indischen Geigenspiels dieses Konzert ein besonderes Highlight im bisherigen Enjoy Jazz Programm 2006.


An diesem Abend hatte sich ein Großteil der "indischen Gemeinde" der Region versammelt und der Veranstaltungsraum war mehr als gut gefüllt. Damit bewährt sich ein gewisses Konzept, pilgerten doch schon vor einigen Tagen beim Konzert von Ekkehard Jost und seiner Formation unter dem Motto "Cantos de Libertad" viele Spanier in die Alte Feuerwache nach Mannheim.

Diese "außerdeutschen" regionalen musikalischen Schwerpunkte kommen bei den entsprechenen Landsleuten offensichtlich sehr gut an. Wie auch die untenstehende Tänzerin, deren traditioneller Tanz vor dem eigentlichen Konzert frenetisch beklatscht wurde.




Zum Konzert...




Die Violinistin Ramanth spielte auf dem Boden sitzend, das Instrument locker auf der Schulter liegend und nach unten gerichtet. Typisch waren langgezogene Melodiebögen und häufige Glissandi - also Töne, die über einen größeren Intervall gezogen werden. Eine sehr ruhige und flächige Musik, Solo, aber vor allem auch als Untermalung für die Tabla-Ausflüge von Herrn Hussain.




Hussain ist nicht nur Tabla-Virtuose, sondern auch ein lustiger Vogel. Einen kecken Spruch immer auf den Lippen, so beispielsweise, wenn er auf seine Kollegin gemünzt kommentiert, daß er den billigsten Ersatz für Khan gesucht und gefunden habe...um natürlich sofort im nächsten Satz dementiert mit höchstem Lob für die Bühnenpartnerin - eine passende Mimik und schelmisch auf dem Instrument, wenn er im Verlauf des Konzerts mal ein paar Pferde akustisch durch den Karlstorbahnhof treibt.




Zur Tabla gibt es einen gescheiten Text bei Wikipedia, aus dem folgende Kurzerklärung stammt:

Sie wird mit einer speziellen Fingerschlagtechnik gespielt und bietet eine große Klangvielfalt. Genaugenommen besteht die Tabla aus zwei Trommeln: einer bauchigen aus Metall oder Ton (Bayan (die "Linke") oder auch Duggi genannt) und einer mehr zylindrischen aus Holz (die eigentliche Tabla, auch Dayan (die "Rechte" genannt). Das augenfälligste sind die schwarzen Punkte auf den kompliziert aufgebauten Fellen (Puri). Diese werden aus einer geheimen Mixtur mit Eisenstaub, Reis und anderen Zutaten hergestellt und sind hauptverantwortlich für den unnachahmlichen Klangreichtum der Trommeln. Zum Spielen werden die Trommeln in Ringe gestellt, damit sie den nötigen Halt haben und der Korpus unbeeinträchtigt schwingen kann.



Auf der bauchigen Bayan erklingen die charakteristischen melodiösen Bassklänge, während die kleinere Trommel mit einem Hämmerchen auf einen bestimmten Grundton gestimmt wird. Wegen des komplexen Aufbaus der Felle und der vielen Anschlagsmöglichkeiten kann eine Vielzahl verschiedener Klänge erzeugt werden.


Wäre es eine Orgel könnte man von "alle Register ziehen" sprechen, präziser für die Tabla passt, daß Zakir Hussain schlicht perfekte Tabla-Kunst zelebriert und jede Nuance des "unnachahmlichen Klangreichtums" ausschöpft - verbunden mit der Fantasie und der Technik die dieses Instrument in besonderem Maße fordert.




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Mittwoch, Oktober 11, 2006

Schlund legt Jazztalk lahm


Der "Premium" Webhoster Schlund + Partner hat es doch tatsächlich geschafft den Jazztalk - ein immerhin ganz gut besuchtes Jazzforum der Jazzpages zu killen. Vor einiger Zeit kündigten sie zwar an, daß mein bisheriger Webhosting-Tarif abgeschafft würde und ich mit einem neuen - mit schlechteren Konditionen - zwangsweise beglückt werde aber dann haben diese Spezialisten doch tatsächlich heute ruck-zuck einfach mal rund 80 MB meines beanspruchten Plattenplatzes einfach gelöscht. Hallo? Sind die eigentlich noch ganz bei Trost?

Folge war natürlich, daß der Jazztalk gekillt war. Nach Anruf bei der Hotline wurde zwar die Wiederherstellung zugesagt aber richtig hinbekommen haben sie es nicht. Erreichbar ist die Seite inzwischen wieder aber die archivierten Beiträge sind verschwunden und die Beitragsstatistik funktioniert auch nicht mehr korrekt.

Über die vergangenen fast 10 Jahre habe ich Schlund fürs Hosting der Jazzpages immerhin ein paar 1.000 Euro in den Rachen geworfen - irgendwie kommt mir deren Vorgehen schäbig vor.

Bei der Hotline kam sinngemäß der Spruch "wenn es Ihnen nicht passt, dann gehen Sie doch woanders hin". Danke - klasse Einstellung!
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Dienstag, Oktober 10, 2006

Archie Shepp - Fotos Manfred Rinderspacher

Aufnahmen des Archie Shepp Konzertes von Manfred Rinderspacher.







Ekkehard Jost - Fotos Manfred Rinderspacher

Bilder von Manfred Rinderspacher






Ekkehard Jost - Enjoy Jazz Fotos


Diesmal nur einige Fotos - für eine ernstzunehmende Kritik konnte ich leider nicht lange genug im Konzert sein.







Montag, Oktober 09, 2006

Archie Shepp: Soulman & African Roots

Archie Shepp & Dar Gnawa "Kindred Spirits" bei Enjoy Jazz


Liest man von Archie Shepp, dann stolpert man im ersten oder zweiten Satz über die Geschichte. Die Geschichte von Archie Shepp dem Freejazzer, dem "angry young professor", der mit seinem Saxophon gegen Rassentrennung aufschrie. Die Enjoy Jazz Hörer kennen Archie Shepp dagegen eher als älteren - ruhiger gewordenen - Herren, der schon im Jahr 2004 beim Festival auftrat - damals mit der Sängerin und Pianistin Amina Claudine Myers. Mit gleichem Anzug und Hut beehrte der Saxophonist und - mittlerweile gleichberechtigt zu nennen - Sänger auch Enjoy Jazz 2006. Mit dabei die Mitglieder seines aktuellen Quartetts: Tom McClung, p; Wayne Dockery, b; Steve McCraven, dr.

Musikalisch ist Shepp, das war schon vor zwei Jahren so, stärker denn je bei den authentischen Jazz-Wurzeln angekommen. Blues und Spirituals sind die ständig präsente musikalische Grundlage und Jazz der Vor-Free-Jazz-Zeit ist das musikalische Netz des ersten, vom Quartett allein bestrittenen Sets. Die Botschaft ist durchaus noch die Gleiche: Rassentrennung und Diskriminierung sind das Übel – nur ist der wütende Protest einer abgeklärteren Darstellung gewichen. Wenn Archie Shepp das seiner Großmutter – einer ehemaligen Sklavin - gewidmete „Revolution“ mit den Mitteln des originären Jazz darstellt, dann wird die bluesgesummte Melodie zu einer eindringlicheren Anklage als es wildes Proteströhren aus dem Saxophon je sein könnte.


Der alte didaktische Fuchs Shepp weiß es außerdem recht plastisch vorzuführen, wie Musik seiner Vorfahren gemacht werden musste. So bittet er Steve McCraven zu sich an den Rand der Bühne und der macht dann Musik mit dem einzigen Instrument, das Schwarzen Ende des vorletzten Jahrhunderts und zu Beginn des letzten eben zur Verfügung gestanden sei: dem eigenen Körper. „Human Beatbox“ nennt sich das in der modernen Variante, Napoleon Maddox hat es im letzten Jahr mit Roy Nathanson vorgemacht. Von Shepp und McCraven wird es als kleine Geschichtsminute und Rückschau auf den Beginn einer Musikrichtung aber letztlich auch einer gesellschaftlichen Entwicklung zelebriert.


Das zweite Set dann mit der marokkanischen Formation Dar Gnawa unter dem Titel „Kindred Spirits“. „Kindred Spirits“ darf man mit „Seelenverwandte“ übersetzen und diese Seelenverwandschaft zwischen Shepps Quartett und Shepp und dem Frontmann der Nordafrikaner, Maalem Abdellah El Gourd ist vorhanden.


Die Blues-Elemente Shepps, auf dem Saxophon und vor allem in seinem Gesang – der gelegentlich einmal in archaisches Schreien übergeht – spiegeln sich in der urwüchsigen Energie des Dar Gnawa Ensembles wider. Pharoah Sanders hat einmal auf einer seiner Stücke „Our Roots began in Africa“ gesungen und in dieser Begegnung zwischen Shepp und den marokkanischen Musikern treffen die afrikanischen Wurzeln und die Wurzeln der afro-amerikanischen Musik fruchtbar aufeinander.






















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Sonntag, Oktober 08, 2006

Klangzauberer auf dem Sofa

ECM Labelgründer Manfred Eicher Gast der ersten Enjoy Jazz Matinee





Es war eine Premiere am 8.10. in den Räumen des Enjoy Jazz Hauptsponsors SAS im Haarlass: die Enjoy Jazz Festival Matinee. An drei Sonntagen spielen Jazz und Anderes am späten Vormittag eine eher theoretische Rolle im Gespräch über Musik.

Die erste Veranstaltung unter dem Titel „Musik und Klang“ wartete mit einem prominenten Schwergewicht der Musikszene auf, dem ECM (
Edition of Contemporary Music) Labelgründer und –besitzer Manfred Eicher. Flankiert wurde der zentral auf einem Sofa plazierte Eicher von den Journalisten Wolfgang Sandner (FAZ) und seinem Kollegen von der Süddeutschen Zeitung Thomas Steinfeld. Die beiden Journalisten erweisen sich rasch als Weggefährten und Freunde von Manfred Eicher und aus dem geplanten Podiumsgespräch wird eine nette Plauderstunde. Eicher werden freundliche Fragen zugeworfen und er zeigt sich als der souveräne Labelchef der offen und mit offensichtlichem Spaß am Gespräch bereitwillig Auskunft zum Innenleben von ECM und zu seinem Ansatz als Musikproduzent gibt.

Eicher, von Haus aus selbst Musiker, gründete sein Label 1969 aus dem Gefühl heraus, daß allzuviele Jazzaufnahmen von eher mäßiger Aufnahmequalität waren. Damals sagte er sich: „das mache ich besser“ - und er tat es. Mit 16.000 DM Startkapital und den ersten Platten für das junge Label mit Keith Jarret, Chick Corea und weiteren Musikern aus dem Miles Davis Umfeld. „The most beautiful sound next to silence“ war und ist das ideale Klangbild, auf dessen Spur sich Manfred Eicher mit jeder produzierten Platte macht.

Das Konzept war erfolgreich und fast schlagartig wurden das Label und die produzierten Musiker bekannt und so wurde ECM in den nun annhähernd 40 Jahren seines Bestehens und mit fast 1.000 publizierten Aufnahmen zu einer erfolgreichen Institution, die für viele Musikliebhaber fast Kultcharakter hat. Ausnahmekünstler wie Keith Jarret oder Jan Garbarek wurden mit und durch Manfred Eicher bekannt und der perfekt produzierte ECM Sound genießt einen legendären Ruf.

Die Enjoy Jazz Matinee bot somit eine seltene Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen und in das Denken des Produzenten Manfred Eicher zu werfen. Das ist ungewöhnlich interessant, weil Eicher wie nur wenige seiner Zunft Einfluss auf den Produktionsprozess und die finale Erstellung des Produktes nimmt. Er ist bei praktisch jeder Aufnahme mit im Studio und greift dort entscheidend ins Geschehen ein. Eicher vergleicht seine Tätigkeit mit der eines Filmregisseurs: die Produktion wird von ihm als „Spiritus Rector“ begleitet und er ist derjenige, der auf optimale Aufnahme- und Klangbedingungen achtet. Dabei belässt es Eicher allerdings nicht. Er beansprucht für sich den „final cut“ der Aufnahme. Es ist seine Aufgabe die die optimale Abmischung vorzunehmen, die Anordnung der Stücke auf der CD zu bestimmen und letztlich liegt die die komplette Gestaltung bis hin zum Cover der fertigen CD in seiner Hand.

Den Erfolg und die Kontinuität des Labels führt er genau auf diesen Aspekt zurück und er grenzt sich in diesem Punkt ganz bewußt von vielen anderen Produzenten – „sogenannten Produzenten“, wie er sie nennt – ab, die mehr oder weniger nur Mikrofone aufstellen und sich ansonsten um die Produktion nicht mehr kümmern. Dabei gehe er rein an der Musik orientiert und intuitiv an die Projekte heran. Vertrauen zwischen Musikern und Produzent und das Gefühl für die Inhalte der Musik seien die entscheidenden Faktoren für die Produktion der ECM Aufnahmen und eine kontinuierlich erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Produzent und Künstler.

Eichers Ansichten, gewürzt mit vielen anekdotischen Erzählungen, wie zum Beispiel zur Entstehung des Klassikers „Köln Concert“ von Keith Jarret oder zu leider nicht entstandenen Aufnahmen – so wie die mit Miles Davis und Keith Jarret, die letztlich nur an vertraglichen Verpflichtungen von Miles Davis scheiterte – unterhielten und informierten die Matineebesucher prächtig. Die zeigten sich ausgesprochen interessiert und beteiligten sich mit sachkundigen Fragen – offensichtlich hatte sich an diesem Morgen ein Häufchen echter ECM-Freunde zusammengefunden.

Fazit: Enjoy Jazz funktioniert auch ohne klingende Töne: Ein gelungener Auftakt einer Reihe, die am 22.10 mit Christian Broecking (Musik und Politik) und Hans-Jürgen Linke zusammen mit Ekkehard Jost (Musik und Freiheit) fortgeführt wird.

Jeweils um 11 Uhr im SAS Institute, ÖPNV empfohlen, da wenig Parkplätze vorhanden = eigene Erfahrung.


Links:

www.enjoyjazz.de
www.ecmrecords.de



Samstag, Oktober 07, 2006

Dirik Schilgen Sextett in Heidelberg

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Die Lektüre meiner samstäglichen regionalen Qualitätszeitung, der Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg, hat mich daran erinnert, daß ich hier noch einige Bilder des Dirik Schilgen Konzertes vom 27.09.06 hochladen wollte.

Dirik Schilgen, wohlbekannter Schlagzeuger der Region, trat mit seinem Sextett auf. Mit dabei: Trompeter Thomas Siffling, Saxophonist und Querflötist Matthias Dörsam, Bassist Markus Bodenseh, Pianist Daniel Prandl und Cristiane Gavazzoni an den Percussion Instrumenten. Bis auf Prandl am Piano entspricht diese Besetzung derjeniger seiner aktuellen CD (erschienen bei Jazz'n'Arts).

Mir hat das Konzert recht gut gefallen. Die Kompositionen von Dirik Schilgen sind - was wunder - immer vom Rhythmus her aufgebaut. Dirik Schilgen versteht es aus diesen rhythmischen patterns einfallsreiche Melodien zu entwickeln, die mit hörbarer Spielfreude von den Mitmusikern aufgenommen und weitergesponnen wurden.

Das war zumindest mein Eindruck.

"Häb" von der RMZ stellte unter dem Titel "Fröhlicher Lärm" leicht anderes fest. Im ersten Viertel der Kritik stellt "Häb" Bezüge zu Shakespeare (Viel Lärm um Nichts) und Mozart (Cosi fan tutte) her (Aha = Bildungsbürgertum vom allerfeinsten!)um den Schluss zu ziehen, daß Jazz Sextett bilde "Nichts und Alles zugleich" (Aha!) und veranstaltete "fröhlichen Lärm".

Herausgehört wurden "diesmal brasilianische" Rhythmen mit "originalgetreue(r) Unterstützung ... (einer) Percussions-Spielerin".

Nun war Christiane Gavazzoni als exzellente Percussionistin in der Tat eine Bereichung der Gruppe. Daraus aber abzuleiten, einen brasilianischen Abend erleben zu müssen und den "eigentlichen originären brasilianischen Rhythmus" - von Kritikerohr vielleicht allzu sehr erwartet - einzufordern, spricht zwar für die Erwartung der Kritikerin / Kritikers, mehr aber auch nicht.

Im folgenden Satz wird der Gruppe "eine deutsche, manchmal tatsächlich richtig schwermütige Musizierweise" attestiert. Hallo? Noch ganz dicht?

"Fröhlicher Lärm" und ein paar Zeilen weiter sind wir bei "tatsächlich richtig schwermütiger Musizierweise"?

Und den Grund haben wir auch gleich ausgemacht: "lag vielleicht an dem mit Vorliebe auf den tiefen Saiten spielenden Bassisten" (hört, hört - immer diese Bassisten) oder dem "mit vollen Händen hämmernden Pianisten...der den eigentlichen Pianisten der Band...kaum wirklich repräsentieren konnte". Blühender Unsinn. Ich hatte nun einige male die Gelegenheit Prandl in verschiedenen Gruppen zu hören und dass hier ein großes Talent am Werke ist, das müsste sogar einem RNZ Korrespondenten auffallen können.

Aber mit Jazz und Klavier haben wir es vielleicht nicht so? Großzügig wird Prandl zugestanden, daß "er es verstand, ab und zu wie McCoy Tiner auf dem Diskant zu perlen". Soso - gelegentlich auf dem Diskant zu perlen.

Wie McCoy Tiner!

Vielleicht war zuviel billiger Perlwein im Kritikerschädel - da entfällt einem schon mal, daß es keinen Diskant-Perler namens Tiner gibt. Nun gut, sind ja nur 6-7 Tasten zwischen "i" und "y" und anzunehmen, die Jazzkritik der RNZ kenne McCoy Tyner nicht mal dem Namen nach wäre wohl übertrieben...













Freitag, Oktober 06, 2006

Soweto Kinch - Enjoy Jazz 6.10.06

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Mein erstes Konzert beim diesjährigen Enjoy Jazz Festival 2006 war der Auftritt des Saxophonisten und Rappers Soweto Kinch in der Alten Feuerwache in Mannheim.

Zunächst einige Fotos:


























Malene Mortensen - Enjoy Jazz 5.10.06

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Fotografien von Manfred Rinderspacher


Aufnahmen vom 5.10. des Konzerts von Malene Mortensen im BASF Casino in Ludwigshafen
Weitere Jazzaufnahmen von Manfred Rinderspacher finden sich in seiner Galerie auf den Jazzpages!








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Dienstag, Oktober 03, 2006

Enjoy Jazz - Skye / Lou Rhodes 1.10.06

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Fotografien von Manfred Rinderspacher


Manfred Rinderspacher hat beim Eröffnungskonzert von Enjoy Jazz fotografiert und ich darf einige seiner Bilder hier im Blog präsentieren.

Weitere Jazzaufnahmen von Manfred Rinderspacher finden sich in seiner Galerie auf den Jazzpages!

In den kommenden Wochen werden hier weitere Fotos und Berichte zu den Enjoy Jazz Konzerten zu finden sein (wie bereits im vergangenen Jahr, findet man bei Interesse hier in archivierten Beiträgen...).

Skye












Lou Rhodes











Das Urheberrecht an den Fotografien liegt allein bei Manfred Rinderspacher, die Aufnahmen dürfen ohne seine Erlaubnis nicht anderweitig publiziert werden!

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Samstag, September 30, 2006

Jazzlogy am 2.10.06 - Neuvorstellungen

Gute Nachrichten! Es gibt schon wieder ein paar sehr nette Scheibchen.

Ganz frisch im CD-Player liegt die neue Aufnahme von Axel Schlosser. Dessen Qualitäten wurden von mir bereits hinlänglich gewürdigt. Mit "Sounds From My World" hat er innerhalb kurzer Zeit bereits seine zweite CD bei jazz4ever herausgebracht. Diesmal spielt Tony Lakatos am Tenorsax und erfreulicherweise ist der Ausnahmepianist Rainer Böhm wieder mit von der Partie. Komplettiert wird das Quintett mit Arne Huber am Bass und Jean Paul Höchstädter an den Trommeln.


Ganz was anderes aber ebenfalls schön zu hören: The Mercy Brothers mit "Strange Adventure" - Der Sänger Barrence Whitfield und Gitarrist Michael Dinallo habe sich mit einigen weiteren verdammt guten Musikern zusammengetan und ein "hillibilly blues recording" aufgenommen - handgemachte Musik vom Feinsten a la Taj Mahal.

Ansonsten Infos zum laufenden Enjoy Jazz Programm und dies und das...

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Tuten und Blasen in der Rhein-Neckar-Zeitung

Als regionale Qualitätszeitung beobachtet natürlich die Heidelberger RNZ das Jazzgeschehen der Region und wird das Enjoy Jazz Festival die kommenden sechs Wochen mit Kennerschaft begleiten. Für mich immer ein amüsantes Vergnügen. Zu den blumig-euphorischen Kritiken, die Rainer Köhl dort unterbringt, kann man noch gespaltener Meinung sein. Er ist jedenfalls vom Jazz nicht unbeleckt.

Das kann man leider nicht von allen Reporten des Blattes behaupten. Von "kein Schimmer" bis "unfreiwillig komisch" umfasst meine Artikel-Sammlung des vergangenen Jahres.

Gänzlich merkwürdig ist die heutige Vorberichterstattung, erfreulich prominent auf Seite Drei plaziert, immerhin . Die/der Schreiber hat offensichtlich von Tuten und Blasen im Jazzbereich keinen Schimmer. Getreulich wird da die Pressemitteilung - unter Ausschalten jeglicher Sachkompetenz - präsentiert. Daß gute Zeiten für "Jazz-Liebhaber" ausgerufen werden ist gar nicht mal so falsch aber die Tatsache, daß von den 52 Konzerten gerade einmal ein Drittel im weiteren Sinne zum "Jazz" gezählt werden können fällt ihr/ihm nicht weiter auf bzw. unter den Tisch.

Nicht weiter verwunderlich, wenn im letzten Absatz des Artikels folgendes festgestellt wird: "Zu den bekannten Musikgrößen, mit denen das Festival lockt gehören Manni Neumeier, Jon Hassell, Ulrike Haage und Hanne Hukkelberg." Jazz-Schwergewichte wohl nur durch die RNZ-Brille...

Da paart sich inhaltliche Schlampigkeit(ey, der Manni heißt immer noch Mani - macht gewiss keinen typischen Jazz -> trotzdem, das Duo-Konzert mit Kazuhisa wird sicher exzellent!) mit geballter Ahnungslosigkeit.

Entgangen sind der RNZ immerhin beim Enjoy Jazz Programm: Wayne Shorter, Branford Marsalis, Randy Weston, Ahmad Jamal, Archie Shepp, John Zorn, Ron Carter, Joe Lovano, Roy Nathanson, EST, Tomasz Stanko und noch einige mehr, die seit Jahrzehnten großartigen Jazz machen und zu den bekannten Größen des Genres zählen.


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Sonntag, September 24, 2006

Jazzology 25.09.06 / Enjoy Jazz 2006

Wie bereits im letzten Beitrag angekündigt gibt es in der Jazzology Sendung vom 25.09.06 eine Vorschau auf das diesjährige EJ Festival. Den Sonntag nutze ich um den Festivalsampler durchzuhören - 3 CDs mit jeweils einem Stückchen jedes/r der Teilnehmer/innen. Harter Stoff teilweise, zumindest für einen Jazzfreund. Je nach "Grenzziehung" (ist eigentlich ein fieses Wort) würde ich rund 30% der Termine als Jazz im "mittelengeren" Sinne bezeichnen. Da ist John Zorn schon mit dabei...

Eröffnet wird die Veranstaltung am 1.10. im Heidelberger Schloss mit zwei Pop-Häschen (Skye / Lou Rhodes), "erweiterter Trip Hop" wird versprochen, Lou Rhodes kling für mich nach "New Folk" - den Soundhäppchen nach letztlich nette Abendunterhaltung der leichteren Pop-Art. Es zeigt sich eine Kontinuität zum letzten Jahr als am gleichen Veranstaltungsort die Folk-Pop-Chanteuse Emilia Torrini schon ihre Liedlein zum Besten geben konnte. Ich hatte seinerzeit mit jemandem zu tun, der persönlich beleidigt war als ich meine Meinung anhand der vorab gehörten CD der Dame entsprechend kundgetan habe. Das zeigt zweierlei: die Geschmäcker sind verschieden und singende Mädels können polarisieren.

Für mich das erste interessante Konzert folgt erfreulicherweise schon am 4.10.: Soweto Kinch - der britische Saxophonist und Rapper könnte eine interessante Mixtur beider Welten auf die Bühne bringen. Pflichttermin auf jeden Fall am 8.10.: Archie Shepp - er tritt mit einer marokkanischen Formation auf. Spannend.

In der folgenden Liste sind meine aktuellen Favoriten markiert. Keine Wertung zu den anderen aber ich werde in nächster Zeit bei den einzelnen Konzerten begründen, warum sie empfohlen sind...

Das endgültige Programm sieht wie folgt aus:

So 01.10. Skye (England) + Lou Rhodes (England)
Mo 02.10. Jeff Mills (USA) Eröffnungsparty / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mi 04.10. Soweto Kinch (England) Alte Feuerwache Mannheim
Do 05.10. Malene Mortensen (Dänemark) / BASF Gesellschaftshaus (Casino) Ludwigshafen
Fr 06.10. Hanne Hukkelberg (Norwegen) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Sa 07.10. Come On Soul (Party) (Deutschland) / Karlstorbahnhof Heidelberg
So 08.10. Archie Shepp Quartet & Dar Gnawa “Kindred Spirits” Universität (Alte Aula) Mannheim

Mo 09.10. Ekkehard Jost Ensemble "Cantos de Libertad" Feuerwache Mannheim
Di 10.10. Matthew Herbert & Band (England) / Alte Feuerwache Mannheim
Mi 11.10. Zakir Hussain/Sultan Khan Duo + Lesung mit Alka Saraogi und Altaf Tyrewala (Indien) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Do 12.10. Guru (Gangstarr/Jazzmatazz) (USA) / Alte Feuerwache Mannheim
Fr 13.10. Lars Danielsson Quartet feat. Jan Bang, Jon Christensen & Leszek Mozdzer (Schweden, Norwegen) / Alte Feuerwache Mannheim
Sa 14.10. Kieran Hebden (Four Tet) and Steve Reid (England / USA) / Karlstorbahnhof Heidelberg
So 15.10. Louis Sclavis „Big Napoli“ (Frankreich) / Alte Feuerwache Mannheim
Mo 16.10. Ahmad Jamal Trio feat. James Cammack & Idris Muhammad (USA) / Alte Feuerwache Mannheim
Di 17.10. Cracow Klezmer Band (play the music of John Zorn) (Polen) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mi 18.10. Mani Neumeier/Uchihashi Kazuhisa Duo (Deutschland, Japan) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mi 18.10. João Bosco/Gonzalo Rubalcaba Group (Brasilien, Kuba) / dasHaus Ludwigshafen

Do 19.10. Branford Marsalis (USA) / Alte Feuerwache Mannheim
Fr 20.10. John Zorn Painkiller (USA, Japan) / Alte Feuerwache Mannheim
Fr 20.10. Shtetl Superstars Soundsystem: Yuriy Gurzhy (Russendisko) & Lemez Lovas (Oi Va Voi) (Deutschland, Ukraine, England) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Sa 21.10. Koop (Schweden) + Mojo Club (Deutschland) Halbzeitparty / Karlstorbahnhof Heidelberg
So 22.10. Minsarah (Deutschland, USA, Israel) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mo 23.10. Fly (Turner/Grenadier/Ballard) (USA) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Di 24.10. Steamboat Switzerland (Schweiz) / dasHaus Ludwigshafen
Mi 25.10. Ron Carter “Golden Striker” Trio (USA) / dasHaus Ludwigshafen
Do 26.10. Richard Bona (Kamerun) / BASF Gesellschaftshaus Ludwigshafen
Fr 27.10. Meshell Ndegeocello (USA) / Alte Feuerwache Mannheim
Sa 28.10. Paolo Nutini (England) / Karlstorbahnhof Heidelberg
So 29.10. Johnny La Marama (Kalle Kalima/Chris Dahlgren/Eric Schaefer) (Finnland, USA, Deutschland) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mo 30.10. Roy Nathanson´s Sotto Voce (USA) / dasHaus Ludwigshafen
Di 31.10. Joe Lovano Nonet (USA) / Alte Feuerwache Mannheim

November

Mi 01.11. The Marx Brothers Project (USA) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mi 01.11. Jon Hassell „Maarifa Street“ (USA) / Alte Feuerwache Mannheim
Do 02.11. Globe Unity Orchestra (Deutschland, Schweden, England) / Alte Feuerwache Mannheim
Fr 03.11. Wayne Shorter Quartet (USA, Panama) / BASF Feierabendhaus Ludwigshafen
Fr 03.11. Arrested Development (USA) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Sa 04.11. e.s.t. (Schweden) / Alte Feuerwache Mannheim
So 05.11. Susanne Abbuehl (Schweiz / Niederlande) / Alte Feuerwache
So 05.11. National Trust & Hypnotic Brass Ensemble (USA) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mo 06.11. Tomasz Stanko Quartet (Polen) / Alte Feuerwache Mannheim
Mo 06.11. K’Naan (Somalia / Kanada) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Di 07.11. Randy Weston’s African Rhythms Trio (USA) / Alte Feuerwache Mannheim
Di 07.11. Mocky (Kanada) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Mi 08.11. Vladimir Godar „Mater“ (Tschechien / Slowakei) / Friedenskirche Ludwigshafen
Mi 08.11. Ulrike Haage (Solo) (Deutschland) / dasHaus Ludwigshafen
Mi 08.11. Nouvelle Vague (Frankreich) / Alte Feuerwache Mannheim
Do 09.11. François Couturier „Nostalghia - Song for Tarkovsky“ (Couturier/Lechner/Larché/Matinier) (Frankreich / Deutschland) / BASF Gesellschaftshaus (Casino) Ludwigshafen
Do 09.11. Nik Bärtsch’s Ronin (Schweiz) / Karlstorbahnhof Heidelberg
Fr 10.11. Jazzland Community: Jazzland All Star Band (Norwegen) + gen;lon (Schweden) Abschlussparty / Karlstorbahnhof Heidelberg
Sa 11.11. Rolf Lislevand (Norwegen / Italien / Spanien) Abschlusskonzert / Alte Feuerwache Mannheim

Mittwoch, September 20, 2006

Enjoy Jazz 2006 / aktuell

Diese Info ist eher für die Bewohner der Metropolregion Rhein-Neckar zwischen Neckarsteinach und Mannheim gedacht - Heidelberg zwischendrin und Ludwigshafen
am Rande seien nicht vergessen....

Daß auch in diesem Jahr wieder eine Fotoausstellung stattfindet, habe ich schon in den News der Jazzpages erwähnt.

Interessant ist - und diese Info gibt es vorab aus extrem gut unterrichteten Kreisen - daß es aktuell Enjoy Jazz Schnipsel auf CD gibt. Zum Beginn des Festivals wird bei Jazz'n'Arts Records eine CD mit [falsch:Highlights vergangener] Highlights der diesjährigen Enjoy Jazz Konzerte veröffentlicht.

Ansonsten: Beginn in weniger als 2 Wochen am 1. Oktober, danach rund 1,5 Monate mit etwa 50 Konzerten... [aktualisiert: es sind 52 Konzerte]

Am kommenden Montag steht auf dem Programm von Jazzology, der Jazzsendung im Freien Radio bermuda.funk (auch übers Netz empfangbar), eine Vorschau auf das Festival.

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Dienstag, September 19, 2006

Ornette Coleman: Sound Grammar


Hurra! "Sharif" aus dem Jazztalk hat mich vor wenigen Tagen erstmals darauf aufmerksam gemacht und Jürgen Czisch vom nrw-vertrieb hat mir freundlicherweise ganz rasch ein Vorab-Exemplar zukommen lassen: Es gibt eine neue CD von Ornette Coleman!

Als wäre diese Nachricht nicht schon gut genug (erste Coleman-CD seit 10 Jahren, erste Live-CD seit 20 Jahren), handelt es sich bei der Aufnahme auch noch um die Aufzeichnung seines einzigen Deutschlandkonzerts im vergangenen Jahr in Ludwigshafen im Rahmen von Enjoy Jazz, bei dem ich das Vergnügen hatten anwesend zu sein.

Begleitet wurde Coleman seinerzeit von seinem Sohn Denardo - akustisch gut versteckt hinter eine durchsichtigen Plexiglaswand - und den beiden Bassisten Tony Falanga und Greg Cohen. Meine Begeisterung über das Konzert habe ich schon seinerzeit geäußert und erfreulicherweise kann ich am Mitschnitt die damalige Begeisterung wiederaufleben lassen. Mit der subjektiven Wahrnehmung eines Live-Konzerts ist das ja so eine Sache - ganz sicher kann man nicht sein, ob der visuelle Eindruck, die Güte des zuvor genossenen Bierchens, das allgemeine Ambiente nicht vielleicht doch einen allzu großen Einfluss auf die persönliche Wahrnehmung haben.

Aber nein - der seinerzeit 75-jährige Coleman spielte damals tatsächlich in großartiger Form. Ein Coleman, der seine ganz eigene Musik über Jahrzehnte bewahrt oder vielleicht auch wiedergefunden hat. Wer "Sound Grammar" hört und "The Shape Of Jazz To Come" aus dem Jahr 1959 kennt und liebt, der kann nur dankbar und begeistert sein diese neue CD zu hören.

Hier spielt ein Melodienerfinder in seinem ganz eigenen Jazz-Kosmos, ein Könner dessen Größe mit einer CD in diesem noch recht neuen Jahrtausend beweist, daß er zurecht als einer der wenigen großen stilbildenden (und wenn auch als letztlich der einzige wahre Vertreter dieses Stils) Musiker des Jazz angesehen wird.

Einziger kleiner Wermutstropfen dieser CD: es fehlen die Zugaben. "Lonely Woman", seinerzeit gespielt, wäre das Sahnehäubchen dieser Scheibe gewesen.

Die CD Sound Grammar ist die erste Neuerscheinung von Ornette Colemans gleichnamigen Label und erhältlich im gutsortierten Plattenhandel, zumindest in Kürze.

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Sonntag, September 17, 2006

Jazzology am 18.9.06

Schon wieder Neuvorstellungen...

Jazz Pistols - Live

Einfach liegengeblieben unter einem kleinen Stapel von Neuerscheinungen aber wiedergefunden und durchaus spielenswert ist die aktuelle CD der Jazzpistols.

Die drei Jungs von der Bergstraße habe ich schon lange im Auge bzw. im Ohr, sie machen nach wie vor erfrischenden Jazzrock - live kommt das natürlich besonders prächtig - wie im Schloss-Keller zu Darmstadt. Dort wurde diese CD live im Jahr 2005 eingespielt.

Abgesehen von drei Klassikern von Zawinul, Shorter und Pastorius stehen nur Eigenkompositionen auf dem Programm und die brauchen sich wahrlich vor den großen Altvorderen nicht zu verstecken. Herausragend das 14-minütige "Special Treatment", in dem die drei Herren sich in ausschweifenden Improvisationen suhlen.



Quadro Nuevo - Tango Bitter Sweet

Ausgesprochen positiv fallen mir immer wieder CDs auf, bei denen auch aufs Äußere geachtet wird - sprich eine originelle oder wenigstens nicht schlampig produzierte Hülle den Silberling umfängt. Die CD von Quadro Nuevo ist als kleines Büchlein gestaltet, gedruckt auf ordentlichem Papier mit schönen Fotos. Die Texte sind in Deutsch, English und Französisch verfasst - den Platz hat die Gruppe also auch benötigt.

Zugegeben, die Hülle allein macht es nicht und muss es es glücklicherweise auch nicht...

Das Quartett mit Mulo Francel (Saxofone, Klarinetten), Robert Wolf (Gitarre), Andreas Hinterseher (Akkordeon, Bandoneon, Vibrandoneon) und D. D. Lowka (Kontrabass, Percussion) existiert seit rund 10 Jahren und hat sich dem Tango verschrieben. Damit balancieren sie am äußersten Rande des Jazz aber unter diesem Begriff lässt sich ja allerlei subsummieren. Und gelegentlich tut man es ja auch gerne, wenn wie auf dieser CD, der Tango so zupackend, voller Spielfreude und Experimentierlust präsentiert wird.

Tatsächlich wird nicht nur Tango gespielt, da schimmert auch mal eine Samba durch und wie ist eigentlich der Säbeltanz von Khatchaturian einzurodnen? Lateinamerikanisch inspiriert bleibt die Musik allerdings allemal - allerdings stammen sämtliche Melodien der CD aus Europa. Eigenkompositionen und ein Spektrum von Gilbert Becaud über Michel Legrand bis hin zu Rezso Seress' "Gloomy Sunday" - vermutlich dem einzigen Jazzstandard aus Ungarn. Selten hat man die Bandbreite von tiefster Melancholie bis zu fast schon hoffnungsschimmernder Ausgelassenheit in diesem schönen Titel gehört.

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u1amo01

Auch wenn ich nur gelegentlich dazu komme "just for fun" in fremden Blogs zu lesen (wichtiger wäre es vielleicht, diesen hier genauer zu lesen um einige haarsträubende Tipfehler zu korrigieren....), so lande ich doch immer wieder mal bei blog.u1amo01.de

Selbstbeschreibung: "Ein Pfälzer berichtet in loser Folge über seine Hobbys: Saxophon, CSS und ODP."

Abgesehen davon berichtet er auch über Tagesaktuelles wie im Moment gerade über ein Thema, das zur Zeit viele Leute bewegt bis aufregt: Die muslimische Kritik an Papst-Zitaten. Wie praktisch, daß er damit auch meine Meinung zum Thema wiedergibt, danke fürs Abnehmen der Arbeit ;-)

Als Saxophonist und Jazzmusiker ist Klaus Neubauer nicht nur in folgenden Formationen tätig, sondern auch noch deren Webmaster:

Blue note BIG BAND

Kurpfälzisches Saxophonquartett

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Samstag, September 09, 2006

Jazzology am 11.9.06 - Neuvorstellungen

Am 11.9. durchschwebten einige neue und erfreulicherweise recht nette Platten den Äther im Rhein-Neckar-Raum, wurden von Antennen aufgefangen und mit Hilfe nützlicher Radiogeräte in die Gehörgänge der Jazzology-Hörer befördert.

(Für Nichtwissende: Jazzology ist die Jazzsendung im Freien Radio bermuda.funk. Wir senden aus der Alten Feuerwache in Mannheim und auch wenn hier seit mittlerweile über fünf Jahren Amateure zugange sind läuft manches ziemlich professionell. Außerdem ist das Programm hundert mal interessanter, als das aller sonstigen dort empfangbaren Sender - ausgenommen SWR2 und Deutschlandfunk. Dies aber nur am Rande und als gaaanz uneigennützige Empfehlung ;-)

Zwei der neuen Scheiben:

Anoy - Unarmed And Dazed

Die bei Enja erschienene CD der israelischen Sängerin Efrat Anoy ist ein kleines Juwel. Die Dame hat eine markante und variable Stimme, die sich zwischen samtweichen Passagen, mädchenhafter Luftigkeit und knarzig verschleiften Ecken und Kanten a la Billie Holiday bewegt.

Auf der CD finden sich überwiegend Eigenkompositionen, ihr Trio besteht aus Mark Reinke (p,keyb), Andreas Heinze (b,g) und Kay Lübke (dr) - exzellente Begleiter, die mehr als nur solche sind. Mit dabei außerdem das Streichquartett Athena, immer passend - integriert und bereichernd. Also weit weg von dem Streichermüll, der ansonsten gern Jazzaufnahmen "verbessern" soll. Ausgerechnet der Titelsong begeistert mich nicht allzusehr, vielleicht, weil sie sich hier stimmlich ein wenig wie Shirley Bassey aufbläst ;-) Alles in allem aber eine hörenswerte Scheibe. Wertung ***/*****



Torben Walldorff Quartett - Brilliance

Das Quartett um den dänischen Gitarristen hat sich einen Abend in der 55 Bar in New York für seine Live-Aufnahme gewählt.

Das ist natürlich ganz nach meinem Geschmack, sowohl bezüglich der Spielstätte als auch vom Konzept her. Live-Aufnahmen atmen nun einmal die Atmosphäre des spontan improvisierten, die vielen Studio-Aufnahmen fehlt. Natürlich fehlt dann gelegentlich der perfekte Sound - obwohl der bei dieser Aufnahme ziemlich gut gelungen ist - und bei manchem Solo weiß man, daß es im Studio vielleicht doch eher herausgeschnitten worden wäre...

Im Umfeld passt es allerdings und so kann man dieses Scheibchen rundum empfehlen. Und das auch noch mit gutem Gewissen ;-)
Wertung ***/*****

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